„Was soll ich nach der Schule bloß machen?“ Dieser Frage müssen sich alle Jugendlichen der Berger Schwarzachtal-Schule am Ende ihrer Schulzeit stellen. Die Schülerinnen und Schüler der sechsten, siebten und achten Klasse der Mittelschule Berg setzten sich nun bei einer Theaterstunde mit dieser Thematik auseinander.

Der 70-jährige Theaterkünstler, Architekt und Zimmerermeister Richard Betz brachte sein Stück „Hand und Werk“ oder "Wie finde ich meinen eigenen Weg im Leben?" mit dem er seit 2016 durch ganz Bayern tourt, auf die Bühne der Aula der Schwarzachtal-Schule Berg und verband dabei geschickt Kunst, Handwerk und Berufsorientierung.

Im Mittelpunkt des 45-minütigen Stücks stand die Frage „Welchen beruflichen Weg möchte ich später einschlagen und wie finde ich heraus, was zu mir passt?“ Betz nahm die "Schulbankdrücker" in seinem Theaterstück mit auf eine Reise durch sein bisheriges berufliches Leben und erzählte dabei von Erfolgen und Rückschlägen.

Parallel dazu baute er Schritt für Schritt eine der großen Erfindungen von Leonardo da Vinci in der Aula-Bühne nach und veranschaulichte so, was durch das Handwerk möglich ist. Während gesägt, gebohrt und die einzelnen Holzteile Schritt für Schritt zusammengesetzt wurden, entwickelte sich gleichzeitig die Geschichte des Stücks. Das Publikum - bestehend aus Schülerinnen, Schülern und einigen Lehrkräften - konnte so miterleben, wie aus vielen kleinen Arbeitsschritten langsam ein funktionierendes Ganzes entsteht – ganz ähnlich wie bei der Suche nach dem eigenen beruflichen Weg. Durch die Mischung aus Theater, handwerklicher Arbeit und direkter Ansprache des jugendlichen Publikums gelang es dem Handwerksmeister Richard Betz, die Jugendlichen auf lebendige Weise mitzunehmen und ihnen einen Einblick in das Handwerk zu bieten.

Begeistert von der Aufführung waren auch Zimmerer-Innungsmeister Josef Zachmeier aus Laaber sowie die beiden Zimmerer-Meister Michael Thumann aus Hausheim und Jakob Kreuzer aus Sindlbach, die beim schulischen Theater-Treff auch Werbung für ihr Zimmerer-Handwerk machten.

Am Ende durften Schülerinnen und Schüler die Leonardo-da-Vinci-Brücke aus Holzteilen, getreu des Mottos „Hand und Werk“, abbauen und mit ihren eigenen Händen wieder zusammensetzen. "Das Stück fesselte von der ersten bis zur letzten Minute. Es holte die Jugendlichen da ab, wo sie geradestehen. Ein Muss für alle, vor allem für junge Menschen mit all ihren Fragen", so der Tenor von Rektor Thomas Frauenknecht. (Text/Foto: Stepper)