Wie fühlt es sich an, blind zu sein? Wie erkenne ich blind, ob mein Wasserglas voll ist? Können Blinde lesen, Fahrrad fahren, kochen, einkaufen…? Was macht ein Blindenhund? Und wer ist eigentlich Otto? Auf all diese Fragen und noch viele mehr erhielten wir, die Schülerinnen und Schüler der Ethikgruppe von Frau Weidinger und die evangelischen Schülerinnen und Schüler von Frau Lehr beim Besuch der Blinden- und Sehbehindertenberaterin, Frau Kerstin Schubert, eine Antwort.

Zuvor hatten wir uns im Ethik- und Religionsunterricht schon ausführlich mit dem Thema Behinderungen beschäftigt. Deshalb war die Neugier groß, als Frau Schubert mit ihrem Blindenhund Felix das Klassenzimmer betrat. Gleich zu Beginn erfuhren wir, dass ein Blindenhund „im Dienst“ nie gestreichelt oder gefüttert werden darf, da er sonst abgelenkt ist. Wir staunten nicht schlecht, als wir sahen, wie Felix die Befehle „zeig Tür“ oder „zeig Bank“ ausführte. Noch erstaunter waren wir über den Preis eines Blindenhundes. Ein fertig ausgebildeter Blindenhund kostet stolze 25.000 €.

Frau Schubert, die aufgrund eines Unfalls nur noch 2% Sehkraft besitzt, zeigte uns auch ihren Helfer Otto, hinter dem sich ihr weißer Blindenstock verbarg. Einige Schüler durften kurz in die Rolle eines Blinden schlüpfen und tasteten sich ganz schön unbeholfen und langsam zur Klassenzimmertür.

Am Ende ihres Besuchs forderte uns Frau Schubert ganz eindringlich auf, immer auf unsere Augen zu achten und sie niemals Gefahren auszusetzen, da das Auge unser wichtigstes Sinnesorgan ist und die Folgen beim Verlust des Augenlichts die gesamte Lebenssituation auf sehr fatale Weise verändern.